Die nette und die böse Leute.

Der Blick, den der Aïkidoka auf die Welt wirft, ist kein manikäischer Blick. Wir denken nicht , dass es zwei möglichen Personen : die nette und die böse Leute. Oben auf der Liste der netten Leuten gibt es natürlich unsere hehre Person, dann unsere Familie, unsere Freunde, diejenigen Leute, die wie uns denken oder die mit uns angenehm sind. Die böse Leute sind die anderen, diejenigen, die eine andere Hautfarbe haben, oder eine andere Religion, oder diejenigen, die uns irgendwie überfallen. Ab dieser Analyse setzt man sich zum Ziel, die nette Leute zu lieben und die böse Leute zu zerstören.

Nein… die Realität ist anders… Die Realität ist, dass alle Menschen ähnlich sind, mit Fleisch und Blut gemacht sind, ihr Leben mit Freuden und Leid ausgefüllt. Und jeder Mensch versucht mit mehr oder weniger Erfolg, auf den Weg des Lebens zu gehen. Und es gibt Energien, die herumgehen… Liebe aber auch Hass. Der Aïkidoka denkt nicht, dass sein Angreifer eine negative Einheit ist, die er zerstören will. Aber er denkt, dass der Angreifer ein Mensch ist, der Hass, Gewalt oder Aggressivität bekommen hat, und der versucht, sich davon wegzugeben. Vielleicht hat seine Frau ihn gestern verlassen oder wurde er von seiner Firma entlassen, tausende andere Gründe sind auch möglich. Jedenfalls braucht er mehr, dass jemand für ihn da ist oder Mitgefühl, als eine Strafe. Wenn er uns angreift, ist er nicht selbst ; diese Gewalt, die er in sich hat, stört ihn, tut ihm weh. Wenn er uns angreift, versucht er, von dieser negativen Energie sich zu befreien. Unsere Bewegung, hilft ihm, von dieser Gewalt sich zu befreien und wieder selbst zu sein, ein ruhiger Zustand. Der beste Beweis ist : jemand, der eine Aïkidostechnik erleidet, greift nie ein zweites Mal an ; das zeigt, dass eine Veränderung in ihm stattgefunden hat.

Der Aïkidoka beurteilt nicht, bestraft nicht und lehnt ab, die körperliche Unversehrtheit seines Angreifers anzustaten. Der Aïkidoka will die Aggresivität sondern nicht den Angreifer zu zerstören, er hat einen tiefen Respekt für den anderen und das Leben. Der Aïkidoka hat ein reines Herz. Er versucht, dass ein bisschen mehr Liebe zwischen den Menschen herumgeht.