Die Grundlagen

Seine ganze Karriere lang hat Meister Nocquet gesehen, viele Schüler ihn zu verlassen. Oft gingen diese Schüler weg, weil sie von gierigen Lehrern abgeholt wurden (es ist traurig zu sagen, aber es gibt auch solche Leute in Aikido…) ; diese Lehrer sagten immer daselbe :        « Ihr, Schüler von Meister Nocquet, ihr seid schlecht, denn ihr habt keine Grundlagen. Kommt zu uns, ihr werdet bei uns die Grundlagen lernen. »

Vielmals wurde diese Rede mir gesagt, aber anstatt mir zu geben,die Lust zu verlassen, wurde ich in meiner Meinung zu bleiben bestärkt ! Zuerst denn ein Lehrer, der so beurteilt, gibt mir keine Lust seinen Unterricht zu besuchen, und auch vor allem, denn es gibt wirklich keine Grunlage in Meister Nocquets Unterricht. Ihr seid vielleicht überrascht aber es ist wahr.

Braucht ihr Grundlagen, um zu lieben ? Um zu atmen ? Um zu leben ? Wenn ein Kind zu gehen lernt, lehren wir ihn die Grundlagen ? Wenn ich Leute sagen höre, dass die Grundlagen solid sein sollen, denke ich an das Fundament eines Gebäudes. Wofür das Fundament ? Darauf können wir etwas Schweres lassen können. Je solider  das Fundament ist, desto gewaltiger können wir das Gebäude bauen und mehr können wir anhäufen. Wenn wir Technik anhäufen sollen, dann ja brauchen wir Grundlagen. Aber das Aikido von Meister Nocquet besteht nicht darin, Technik anzuhäufen. Sein Aikido ist tief dynamisch, Ausdruck der Bewegung, der Energie, des Lebens. Die Bewegung quellt spontan von uns heraus und sie wird mit den Jahren raffiniert.

Meister Nocquet lehrte keine Grundlage, und der grösste Beweis ist, dass es keinen Unterricht mit Niveaus gab. Alle Leute arbeitete zusammen, von dem weissen Gürtel bis zum höchsten schwarzen Gürtel. Dagegen  lehrte er Prinzipien. Diese Prinzipien konnten von allen Leuten gearbeitet werden, egal sein Niveau. Und die wichtigste Prinzipien waren das Zentrum, die Atmung und die Energie.

Weisst ihr, dass ich zwanzig Jahre erwartet habe, um das Wort Tenkan zu hören ? Und es war nicht von Meister Nocquets Mund. Und auch heute weiss ich nicht genau, was für eine Bewegung es ist. Und es verhindert mich nicht, wie auf der Tatamimatte bewegen zu wissen.

In dem Geistigkeitsbereich gibt es zwei verschiedenen Schulen, zwei grundlegend verschiedenen Wege. Der erste ist der mühsame Weg mit langen Jahren Askese, Meditation und mit verschiedenen Stufen. Aber es gibt auch den direkten Weg, der euch sofort in Verbindung mit Gott ohne Technik setzt. Auch gibt es zwei Wege, um das Aikido zu entdecken, der eine braucht den Intellekt, der andere braucht die Empfindung. Es ist wichtig zu entdecken, was euch passt und wir respektieren die Wahl von jeden. Was mich betrifft, weiss ich welcher Weg mir passt.