Don Quichotte

Glaubt ihr nicht, dass wir alle ein bisschen Don Quichotte ähneln ? Er verbrachte sein Leben, gegen imaginären Feinde zu kämpfen. Aber er hatte wenigstens eine Entschuldigung : er war  verrückt. Wieviel Aikidokas gibt es, die wie kleine Don Quichotte, in den Kampf ziehen und sich im Feind irren ? Setzt ihr am Rand einer Tatamimatte und beobachtet ihr diese Leute, die  ihre Gegner heftig herausschleudern. Denkt ihr offen, dass das Ziel des Aikidos ist, die anderen herauszuschleudern ? Ist das Ziel nicht woanders ? Das muss für euch ein Überlegungsthema sein. Und wenn ihr dran seid, auf die Tatamimatte zu gehen, vergesst ihr nicht, dass über den Feind zu siegen, ist nicht den anderen sondern euch. Ob ihr einen Kampf liefern musst, macht ihr den richtigen. Der Kampf gegen uns selbst fährt in eine völlig entgegengesetzte Richtung als diejenige, die darin besteht, heftig zu üben. Dieser Kampf besteht genau darin, diese Gewalt in uns zu beseitigen ; diese Gewalt, die uns verhindert, zu  unserem wahren menschlichen Wesensausmass zu gelangen.

Wenn ich Aikido lehre, ist mein Gedankengang nicht, Krieger auszubilden. MeinUnterricht (und ich denke, dass es der Fall für vielen Aikidoslehrer ist) schlägt dem Aikidokas vor, eine Arbeit auf sich  sondern nicht auf den anderen zu machen. Eine Arbeit auf unseren Körper und unsere Geist, die in Wahrheit eine selbe Wesenheit sind. Wir müssen mehr nachgeben als uns verkrampfen, mehr zuhören als ablehnen, mehr den Frieden als den Krieg lernen.