Geschichte des Stiers, der den Himmel gern ansah

In der Nähe von Madrid gab es die schönste Stierzucht in Spanien. Diese Stiere waren gezücht, um in die glanzvollen Stierkämpfe der Hauptstadt zu gehen. Eines Tages wurde in dieser Zucht ein wunderschönes Stier geboren, sie gaben ihm den Namen Fernando. Er wurde schnell ein wunderschönes Tier, er war grösser und kräftiger als seine Brüder. Aber, im Gegensatz zu seinen Brüder, verbrachte er nicht seine Zeit mit Konfrontation und Kampf. Nein. Er setzte gern unter einem Baum, und während er eine Margerite kaute, sah er den Himmel an, einen Himmel, der mit seine unermessliche Weite ihn faszinierte. Er verbrachte stundenlang mit dem Traum, der Kopf in den Wolken. Und eines Tages kam ein Stierkampfveranstalter in diese Zucht, denn im nächsten Monat musste ein Stierkampf vor dem König von Spanien stattfinden, und er brauchte das schönste Stier. Der Mann, der den Blick des Kenners hatte, machte ausfindig Fernando, der das kräftigste Stier, das ihm gezeigt wurde. Das Geschäft war abgeschlossen, und Fernando fand sich so in einer Box wieder, unter der Stierkampfarena von Madrid, bis zum Tag. Der kam. Die Ränge waren voll, die Frauen zogen die schönsten Kleider an, der König und die Königin waren in der Ehrentribüne. Einige Stiere wurden nach allen Regeln der Kunst geopfert, dann wurde die Zugnummer gemeldet. Das grösste und kräftigste Stier vom ganzen Spanien. Plötzlich war es ruhig in den Rängen, und wir fühlten Schauder den Zuschauern über den Rücken laufen, als die Türe aufgemacht wurden, um das Tier eintreten zu lassen. Aber im Allgemeinen rannte das Stier in alle Richtungen in der Arena, nichts geschah. Und dann einige langen Sekunden später kam Fernando ruhig und langsam. Er drehte seinen Kopf links und rechts, er war erstaunt, so viele Leute zu sehen. Er blickte auf, er sah den Himmel, den er seit lange nicht gesehen hatte. So ging er und setzte sich ruhig in der Mitte der Arena und er sah den Himmel gern wie früher, als er unter seinem Baum sich setzte, in seinen unermesslichen weit Wiesen. Alle Anstrengungen der Picador waren erfolglos, auch nicht die Pfiffe der Menge. Alle diese Aufregung hatte keinen Effekt auf ihm, in seinem Herz gab es einen strahlenden Frieden. Und nach einigen Stunden stand er allein auf und er verliess die Arena als Letzter, viel mehr später als der letzte Zuschauer verschwunden war.