Mathematik

«  Alles is in alles » ( und gegenseitig  könnten wir mit einem Hauch Humor sagen…)

Das Aikido ist nicht das einzige Mittel, das uns erlaubt, in uns die Antworten zu finden, Antworten auf die grundlegen Fragen, die das ganze Leben uns stellen. In Wirklichkeit sind alle Wege gut, wenn wir dafür von ganzem Herzen uns entscheiden. Im Garten arbeiten oder Spitze machen, kochen oder einen Bus fahren können uns zur Weisheit und Kenntnis führen. Jedoch ist die Mathematik ein ausgezeichnetes Mittel, denn sie befasst sich mit dem Unendlichen.

Das Endliche und das Unendliche können der eine mit  einem Segment mit zwei begrenzten Endpunkten, der andere mit einer Gerade von beiden Seiten unbegrenzt dargestellt werden. Auf dem Segment können wir von Anfang, von Ende sprechen, dass wir von A nach B gehen, sagen dass wir in der Mitte sind, näher von A als von B.

Auf einer Gerade, ohne Orientierungspunkt, (wir nehmen an, dass wir immer von links nach rechts gehen) sind die Worte “Anfang” und “Ende” unsinnig. Wo wir auch sind, gibt es noch einen endlosen Weg zurückzulegen. So wie der Demut entgehen ? Selbsverständlich kann ich drei Zentimeter mehr rechts als ihr, aber wenn wir vor uns ansehen, ist das Undendliche vor uns. Das hilft uns zu verstehen, als der Meister sagte : “Wir sind alle Anfänger.” Das Unendliche ist eine viel mehr richtigere Abbildung der Arbeit, die wir in unserem Aikidoka Leben oder als Mensch machen sollen. Und das erlaubt die Bedeutung des Ideogramms “do” in “Aikido” zu verstehen. Das “do” ist ein Weg ohne Anfang oder Ende, in dem die Ziele nur da sind, um übertroffen zu werden.

Was interessant ist, ist die Gemeinsamkeit zwischen dem Endlichen und dem Unendlichen. In Mathematik sehen wir, dass es “ so viel Punkte” auf dem kleinsten Segment als auf dem ganzen Gerade gibt. Diese Behauptung, die paradox zu sein scheint, ist in Wirklichkeit nicht sehr schwierig zu verstehen. Zwischen 1 und 2 gibt es eine unendliche Menge von Zahlen : 0,1 – 0,01 – 0,001 – 0,0001 usw ; es genügt so viel null nach dem Komma hinzufügen. So was es endlos ist, kann zwischen zwei Grenzen halten. Hier finden wir wieder, was alle Meister aller Traditionen immer wiederholen : in einem Mensch, wesensgemäss begrenzt, findet man das Unendliche.

Ein Mathematiklehrer, der dieses Thema mit seinen Schülern im Unterricht anspricht, erregt mühelos ihre Aufmerksamkeit … und zum ersten Mal ist er der typischen Frage entfallen : “ Wozu dient die Matthematik ?”

Alles ist in alles…