Peter (Geschrieben am 8. September 2007)

In dem Damprichard Praktikum, diesen Sommer, waren wir froh Peter kennenzulernen. Er hat den gelben Gürtel und er übt in einem deutschen Klub. Obwohl er der älteste Aïkidoka des Praktikum war, waren wir alle von ihm beeindruckt : sein Kinderherz, sein Blick mit vielen Lebensfreude, er war lernbegierig und hatte einen Entdeckerdrang, er lächelte den ganzen Tag. Er sprach kein Französisch, und wenn ich ihn fragte, wie es ihm ging, wenn alles gut ging, dann antworte er unermüdlich mit einer herzlichen Stimme, er faltete seine Hände auf sein Herz und er sagte jede Silbe :” FAN-TAS-TISCH !!!” In den drei ersten Tagen mit ihm reden mit ihm beschränkte es sich nur auf dieses einzigen Wort. Ebenfalls im letzten Unterricht, fragte ich jeden Praktikant eine Technik zu wählen (eine Technik, die es ihm in der Woche besonders gefallen hat), damit wir diese Technik zum letzten mal arbeiten. Als Peter dran war, war er unfähig, eine Technik zu wählen, obwohl ich ihn mehrere mal fragte. Jedes mal faltete er seine Hände auf sein Herz, sein Blick ging an und er wierderholte : “FAN-TAS-TISCH !!!” Er schüttelte den Kopf von rechts nach links und er liess mich verstehen, dass er keiner Technik den Vorzug geben konnte.

Trotzdem ist das Damprichard Praktikum nicht besser oder schlechter als viele Sommerpraktika, aber Petershaltung bestätigt die folgende Idee : jeder malt sein eigenes Leben mit seinem Blick. Für manche ist das Leben ein Licht und das kleinste Ereignis gibt Anlass zu Freude und Entdeckung. Für andere ist das Leben dunkel und jeder Moment ist eine Gelegenheit, um darüber zu klagen und kritisieren.

Im Damprichard Praktikum gibt es nicht nur Aikidokas, die an dem Gruppesleben teilnehmen. Dieses Jahr hatten wir das Glück, den Besuch meiner Mutter regelmässig zu haben, eine lebhafte und geistige rege Frau, die nicht schien, 85 zu sein. Ein Nachmittag machten wir einen Spaziergang im « Echelles de la Mort.» Meine Mutter war mit uns. Peter folgte ihr auf den Fersen. Ein echter ständiger Begleiter. Er half ihr zu gehen, wenn der Weg schwierig war. Er nahm ihre Hand sehr behutsam, um über die Schlammpfützen hinweg zu  gehen. Er blieb hinter sie, wenn sie die Leitern hinaufkletterte. Meine Mutter spricht noch darüber.

Etwa Ende des Praktikums geschah etwas sehr Bedeutsames über Peters Befindlichkeit. Eines Tages kam er und sagte mir :

“In diesem Praktikum sind alle Leute unglaublich. Alle geben mir Lächeln.”

Ich habe auch gelächelt und ich dachte, dass Peter mir hier eine wunderbare Illustration eines Satzes in diesen Seiten gab. Dieses Satz ist :“ Der andere ist ein Spiegel, der uns wiederspiegelt.”

Der letzte Tag haben wir eine kleine Zeremonie für die Überreichung der Kanusportdiplome nahe bei den Zelten organisiert. So habe ich Peter gerufen, ich habe ihm sein Diplom gegeben aber ich habe auch ihm den ”schwartzen Gürtel für eine Aikidosbefindlichkeit” im Namen Meisters Nocquet gegeben. Ich habe gut erklärt, dass dieser Gürtel nicht technisch war, war nichts wert in den Aikidosklubs. Er war nur die Anerkennung aussergewöhnlichen guten Herzeigenschaften.

Auf einer Tatamimatte ist der Meister nicht immer derjenige, dem wir glauben…