Seine Stelle finden (2)

Das richtige Stellungsspiel in Aikido  ist dasjenige, das euch erlaubt, nicht verletzt zu sein, den anderen nicht zu verletzen und so wirksam wie möglich zu sein. Wenn es einen Stellungsspielfehler gibt, dann werdet ihr oder eurer Partner dafür büssen. In beide Fälle ist es keine gute Sache. So ist es auch im Leben. Seine richtige Stelle finden zu wissen erlaubt jedem den Augenblick harmonisch zu leben, ohne zu verletzen oder verletzt zu werden, so erlaubt es uns, alle unseren Möglichkeiten am besten auszudrücken.

Vor vielen Jahren hatte ich das riesige Glück nach Kenya in die grossen Schutzgebiete für Tiere zu fliegen. Ich verbrachte einen ganzen Monat, die “wilde” Tiere zu beobachten (wenn wir die Tiere “wild” nennen, mit welchem Adjektiv müssen wir die Menschen nennen ?)  Ich war von diesem Frieden und Harmonie Begriff in diesem Leben tief beeindruckt. Und ich erkannte, dass dieser Frieden im Wesentlichen von der Tatsache kam, dass die Tiere sehr natürlich den Stelle und Distanz Begriff meisterten. Wenn sie übrigens einen Fehler begehen, ist die Strafe unmittelbar, sie enden in den Fangzähnen eines Fleischfressers. Es ist vielleicht der Grund, warum die Menschen den Stelle Begriff nicht so viel haben, denn wennn sie nicht an ihre Stelle bleiben, gibt es dann wenige Folgen für sie.

Ich verbrachte einen Nachmittag, eine Zebrasgruppe zu beobachten, eine Gruppe, die ruhig abäste, während Löwen hockten und beobachten sie. Jeder wusste, das der andere da war. Die Zebras hatten die Löwen gesehen, aber sie waren bewusst, dass die 200 Meter zwischen ihnen eine gute Sicherheitsdistanz waren. Die Löwen wussten es auch und von Zeit zu Zeit kamen sie näher einige Meter, um ein bisschen näher sich zu kauern. Die wachsame Zebras hatten sie gesehen und sie gingen so viele Meter rückwärts. Jeder war an seine Stelle.

Ein anderes mal verbrachte ich mindestens drei Stunden, Tiere zu fotografieren, Tiere, die am Wassertümpel soffen. Hier auch war es interessant zu sehen, wie wichtig der Stelle Begriff war. Am Anfang war die Stelle für die Gazellen und die Zebras. Eine Antilope begleitete ihren Junge, um zu saufen, einige Zebras ruhig blieben, jeder wie es ihm beliebt in Ruhe soff. Und dann kam eine Herde Büffel, die auf den Wassertümpel sich zusteuerte. Als sie ankammen, liessen die Besitznehmer ruhig ihre Stelle, um in die Savanne zurückzugehen.

Bald darauf sind Elefanten angekommen. Und auf dieselbe Art sind die Büffel ruhig weggegangen. Nur ist ein altes Männchen ein bisschen länger geblieben, es war offensichtlich erbost. Der Alphaelefant brauchte nur ein Kopfschütteln und einen Schlag mit den Ohren zu machen, so dass das unverschämte Tier geht los und nimmt seine Stelle wieder ein.

Wenn die Menschen die Weisheit der Tiere hätten, würde es vielleicht weniger Konflikte auf unserer Erde geben.